Samstag, 12. September 2009

EIN ORT DES GRAUENS, ca. 212. FOLGE


RWE 0 Kölle II 2


RWE startete in den ersten zehn Minuten gut ins Spiel ins Spiel und zeigte einige gute Offensivaktionen, wobei klare Torchancen leider ausblieben. Köln II hatte mit dem Anfangsdruck der Essener zunächst Probleme, weil der Ball jeweils nur kurz in den eigenen Reihen blieb, direkt der erste Konter brachte dann aber das 0:1, ein schneller Antritt über rechts ein genaues Zuspiel im richtigen Moment, so einfach fallen im Fußball manchmal Tore.
Es bestätigte sich danach die unter RWE-Fans bekannte Faustregel, wonach Hoffnungen enttäuscht, Befürchtungen aber bestätigt werden. Jegliches Selbstbewusstsein war bei den RWE-Spielern entschwunden, Köln II hatte wenig Mühe, die Essener Angriffsbemühungen zu unterbinden. So hatte Dirk Heinzmann noch die beste Chance der ersten Halbzeit, als er nach einer Ablage von Sascha Mölders den Ball aus 18 Metern flach am Tor vorbeisetzte. Auch gestern krankte das Spiel der Rot-Weißen wieder an den lahmen Flügeln, Robert Mainka flankte in zwei aussichtsreichen jeweils in den Rücken seiner Mitspieler, auf rechts säbelte Bartosz Bronischewski eine Flanke hinters Fangnetz, die zweite hinter den langen Pfosten ins Toraus. Unklar blieb in Halbzeit 1 die Position von Markus Kurth, der wohl auf halbrechts spielen sollte, wobei der rechten Flügel häufig verwaist blieb und, siehe oben, Bronischewski nicht als Flankengott bekannt ist. Eine taktische Finte, die leider keinerlei Sinn machte.
War die Unterstützung durch die Fans in der Zeit nach dem 0:1 durchaus gegeben, stellten die RWE-Fans nach zweiten Treffer der Kölner Reserve ihre Unterstützung ein. Wieder genügte den Kölnern ein schneller Konter, Torschütze Kialka hätte den Ball auch noch auf einen ebenfalls blank stehenden Mitspieler ablegen können. Was folgte, waren Schmährufe in Richtung der eigenen Mannschaft und Teamchef Thomas Strunz. Wer auf der Tribüne unter diesen Vorraussetzungen zu diesem Zeitpunkt noch den Glauben an einen für RWE zumindest halbwegs positiven Ausgang hatte , der glaubt auch, das im Loch Ness ein Ungeheuer schlummert. Gäbe es im Fußball einen verfrühten technischen K.O, der Treffer zum 0:2 wäre ein geeigneter Zeitpunkt für ein verfrühtes Spielende gewesen.
Erst in den letzten 15 Minuten kam RWE dann noch zu einigen torchancenähnlichen Aktionen, der eingewechselte Stachnik setzte den Ball am langen Pfosten vorbei, einige Flankenläufe des sich spät steigernden Dennis Bührer brachten etwas Gefahr fürs Gästetor.
So brachte der Schlusspfiff die dritte RWE-Heimpleite in Folge und gleichzeitig as Ende der Ära Strunz.
Das sich einige RWE-Fans nach Spielende noch zu der Peinlichkeit hinreißen ließen, die Gastmannschaft mit Beifall und einer Welle zu verabschieden, rundete einen weiteren ganz traurigen RWE-Abend trefflich ab. In praktisch allen Bereichen auf und neben dem Rasen liefert der Club momentan ein Bild des Jammers ab.
Zahlenmäßig betrachtet brachte die Ära des Teamchefs Thomas Strunz in 8 Heimpflichtspielen 4 Siege und 4 Niederlagen, auch die Auswärtsbilanz ist komplett ausgeglichen. Für einen Aufstiegskandidaten ist die bisherige Saisonbilanz von 2-1-4 nach 7 Spielen allerdings völlig grauenhaft.
Wäre Thomas Strunz spätestens nach dem 1:1 beim Tabellenletzten Bonn zurückgetreten um den Posten für einen nachfolgenden Trainer freizumachen, wäre eine Weiterbeschäftigung als Manager sicherlich noch möglich gewesen. Nach dem gestrigen Spiel bestand diese Möglichkeit nicht mehr, die komplette Trennung daher unvermeidlich.
Einen erkennbaren Vorteil hat die Trennung von Thomas Strunz auf jeden Fall, in Zukunft wird man von den ewigen Rezitierungen einer maximal mäßig lustigen Trainerbrandrede verschont bleiben. Wer heute noch über „Flasche leer“ und „was erlaube Struuuuuuunz“ lacht, der freut sich auch über Dinner For One am Silvesterabend.



Ob und wie und wie lange es bei RWE nun weitergeht, möchte man als RWE-Fan manchmal gar nicht wirklich wissen.

/M/



Mittwoch, 2. September 2009

DIE EWIGE SUCHE NACH DEM ULTIMATIVEN TIEFPUNKT

RWE 0 Fortuna Ddorf II 1




Vorab, ich war gestern nicht im Stadion, weil Spätdienst. Kurz vor Neun ein Blick auf den Teletext, noch 0:0, wie das Spiel wohl läuft, viele Chancen aber der Ball will nicht über die Linie…..? Oder doch eher wieder die Suche nach der 100, ach was, 1000%igen Torchance, die dann doch bitte schön genutzt wird und den Sieg gegen die Reserve von Fortuna Ddorf bringt, der Abnutzungskampf, das Müdespielen, äh
-passen des Gegners, wo es doch keine Kleinen mehr gibt und Tore praktisch nur noch dann fallen, wenn der Ball praktisch gar nicht mehr nicht ins Tor gehen kann( Ein schwerer Satz, fürwahr).

Es im Falle von RWE aber immer noch gerne tut.( Der Ball, der blöde)

Und so wird dann wieder lamentiert, och Manno, drei klare Chancen kein Tor, so ein Pech.


Zuhause angekommen, war aus dem erhofften späten Siegtor mal wieder ein spätes, Niederlagenbringendes Gegentor geworden. 0:1 gegen Ddorf II, die dritte Niederlage im fünften Saisonspiel, die zweite Heimniederlage in Folge, die zweite Heimniederlage in Folge gegen einen Aufsteiger. Der Plan vom kontrollierten Spiel nach vorne mal wieder auf dem Weg in die Tonne, Punkte weg, Ärger groß.
Seit dem Abstieg aus der 2. Bundesliga hat RWE praktisch keine Möglichkeit ausgelassen, sich selbst und vor allem die immer noch erstaunlich zahlreich zu den Spielen kommenden Anhänger der Lächerlichkeit preiszugeben.

Hier noch mal eine Aufzählung der sportlichen Peinlichkeiten, die aus, wohl nicht nur meiner Sicht, absolute Tiefpunkte in der an Tiefpunkten nicht gerade armen Geschichte von RW Essen markieren:

*RWO gewinnt an der Hafenstraße mit 4:1, gewinnt auch das Rückspiel und somit zum ersten mal seit über 40 Jahren beide Saisonspiele gegen RWE.

*Heimniederlage gegen Energie Cottbus II, den damaligen Tabellenzletzten der Regionalliga Nord. Gegen die Profis von Energie Cottbus hat RWE in 5 Spielen noch keine Niederlage hinnehmen müssen.

*Der Abstieg aus der dritten Liga wird in einem Heimspiel gegen eine bereits abgestiegene Mannschaft des VFB Lübeck , die aufgrund eines frühzeitigen Lizenzentzuges mit einem Teilgemisch aus Jugend- und Reservespielern und ein paar übrig gebliebenen Regionalligaspielern antritt, realisiert, nachdem man sich zuvor noch mal rangekämpft hatte und mit einem Heimsieg die überaus wichtige Quali für Liga 3 gepackt hätte.

*RWE verliert erstmalig ein Heimspiel gegen die Reserve des Revierrivalen Borussia Dortmund

*RWE verliert erstmalig ein Spiel gegen die Reserve des Erzrivalen Schalke 04, es folgt im katastrophalen weiteren Saisonverlauf auch noch eine Niederlage gegen die Reserve des Reviernachbarn VFL Bochum

*RWE verliert zuhause das Niederrheinpokalendspiel gegen den damaligen Sechstligisten VFB Speldorf, meines Wissens die erste Niederlage gegen eine Mülheimer Mannschaft in einem Pflichtspiel

*RWE verliert erneut gegen die Reserve des Erzrivalen Schalke, steuert aber ca. 8000 Zuschauer zum neuen Zuschauerrekord in Liga 4 bei. Hurra.

*Aufsteiger Saarbrücken kommt mit der Empfehlung von 2 Startniederlagen und 1:9 Toren ins Georg-Melches Stadion und gewinnt mit 2:1- Laut Teamchef Thomas Strunz unverdient, immerhin hatte RWE 3 ( drei) 100%ige Torchancen. Oder waren es 3 ( drei) gar 1000%ige ?

*Gegen die Reserve von Fortuna Düsseldorf, einem weiteren Rivalen, kassiert RWE direkt die nächste Heimpleite. Die letzte Niederlage gegen die I. von Ddorf liegt mittlerweile 8 Jahre zurück.



Was kann jetzt noch kommen, eine Heimniederlage gegen Schalke II, ein Abstieg in Liga 5 ? Die Auswahl an verbleibenden , noch zu erreichenden Tiefpunkten, sie wird immer geringer. Aber mich beschleicht die Befürchtung, RWE wird auch diese angesprochenen Tiefpunkte noch erreichen.


Seit Jahren wird in Essener der jeweilige Gegner starkgeredet, Druckphasen auf das gegnerische Tor fallen selbst in Heimspielen völlig aus und sind einem Fußball gewichen, der überlegt sein möchte, aber lediglich einfallslos ist. 90 Minuten mit angezogener Handbremse und Vorsicht vor Kontern undundund, ich kann es nicht mehr hören. Und will es nicht mehr sehen.

Zeitgleich ist der Club ein Tummelplatz für Trainernovizen geworden. Heiko Bonan - Michael Kulm - Thomas Strunz, jeweils wenig bis gar keine (Trainererfahrung im höherklassigen ( ist die 4.Liga noch höherklassig ? ) Fußball.

Aber bei RW Essen, da kann man mal gucken, wie man seine tollen Ideen von der Theorie in die Praxis umsetzt.
Auf der Bank stets der ewige Co-Trainer Ralf Aussem , der wohl irgendwann einmal irgendwie Trainer von Fortuna Köln war, keiner weiß es so genau, ist auch egal, netter Kerl halt. Und Co-Trainer Numero Zwei, Uwe Erkenbrecher, war vor langer Zeit war vor langer Zeit mal kurzzeitig in Lübeck erfolgreich. Die Episode mit Kult-Trainer Ernst Middendorp war so kurz und peinlich, das sie hier deswegen nur ganz kurz aufgeführt und klein geschrieben wird.


Noch ist Zeit, aber sie wird knapp. In Essen muss jetzt endlich gehandelt werden. Setzt einen Trainer auf die Bank, der nicht jeden Gegner stark redet, nicht vom ach so wichtigen Ballbesitz faselt, von 100%igen Torchancen die es herauszuspielen gilt, wenn nötig in den Schlussminuten. Tore in den Schlussminuten fallen bei RWE sowieso immer auf der falschen Seite, damit habe ich mich abgefunden.
Ich möchte aber eine Mannschaft sehen, die wenigstens in Heimspielen von Beginn an erkennbar Druck macht und vor allem auch mal auf Verdacht mal eine vielleicht nicht unbedingt hundertprozentige Torchance zu nutzen versucht. Manchmal fallen Tore nämlich ganz einfach, man muss es nur auch mal versuchen.
Fußball gucken, das darf auch mal Spaß machen.
Auch bei Spielen des eigenen Clubs.
Was soll bei RWE denn noch schlimmer werden, ich kann eher damit leben, meine Mannschaft bei 15:3 Torschüssen 0:3 verlieren zu sehen, als einem 90minütigen Abnutzungskampf beizuwohnen, an dessen Ende dann doch bitte schön, ein knapper RWE-Sieg zu stehen hat, weil hinten lassen wir nichts zu.
Denn irgendwann lässt man dann hinten doch was zu und man trauert der verplemperten vorherigen Spielzeit nach , wo man es versäumt hat, durch Druck den ach so starken Gegnern zu Fehlern zu zwingen.

Ein hier phrasierter Spielverlauf, den ich von RWE –Spielen nun wirklich zur Genüge kenne.

Und der in den letzten Jahren das exakte Gegenteil von Erfolg gebracht hat.

/M/

Montag, 31. August 2009

KEIN FUßBALL IST AUCH KEINE LÖSUNG

oder:

ES MUSS NICHT IMMER ESSEN SEIN......



Unter dieser Rubrik findet man ab sofort Spielberichte zu Spielen , die ohne die Beteiligung von Rot-Weiß Essen stattfinden. Ob Bundesliga oder Kreisliga A, alle Spiele erhalten dieselbe Aufmerksamkeit

Reviersport online machts möglich, der geneigte Hobbyschreiber darf seit Saisonbeginn selbst Spielberichte verfassen, seit dem Ausscheiden von Oliver Gerulat muß auch das Wort
Szenario nicht zwingend darin vorkommen. Insgesamt ist es aber wohl besser, wenn man auch tatsächlich am Spielort gewesen ist, so wie ich gestern am Blötter Weg, als der VFB Speldorf nach sehr gutem Saisonstart den Tabellenvorletzten Wattenscheid 09 empfing:



VFB Speldorf 0 SG Wattenscheid 09 3




Als bisherige Schießbude der noch jungen NRW-Liga-Saison gastierte der ehemalige Bundesligist Wattenscheid 09 am Blötter Weg und überraschte die heimischen Speldorfer mit aggressivem Pressing. Speldorf kam damit zunächst überhaupt nicht zurecht, spätestens nach drei Stationen landete der Ball beim Gegner, der geschickt die Anspielstationen zustellte und einige Male selbst zügig nach vorne spielte, ohne aber zu größeren Torchancen zu kommen. Nachdem dann Beric bei der besten Speldorfer Chance der ersten Halbzeit an einer akrobatischen Rettungsaktion eines Wattenscheider Abwehrspielers kurz vor der Torlinie scheiterte, gingen die Gäste in der 25.Minute in Führung, als ein Cakiroglu-Freistoß von der Speldorfer-Mauer unerreichbar für Torwart Grote abgefälscht wurde. Die ca. 600 Speldorfer Fans unter den insgesamt 800 Zuschauern warteten dann bis zur Pause vergeblich auf eine Reaktion ihrer Mannschaft.
Besser wurde es nach der Pause, da der VFB nun deutlich zügiger nach vorne spielte und gleichzeitig die Wattenscheider Gäste ihr zuvor so wirkungsvolles Pressing einstellten um am Sechzehnmeterraum stehend die Angriffe der Gastgeber zu erwarten. Speldorf kam zu einigen Torszenen, die wohl beste Ausgleichsmöglichkeit vergab Pütters, der nach einer abgefälschten Flanke gut reagierte, den Ball per Kopf aber knapp am kurzen Pfosten vorbeisetzte. Wattenscheid nutzte den zweiten Konter der zweiten Halbzeit dann zur Vorentscheidung, ob an diesem Wochenende in der NRW-Liga ein schöneres Tor erzielt wurde, als Sichlers aus 20 Metern einschlagender Hammer, darf bezweifelt werden, wobei ein auf den Sechzehnmeterraum zulaufender Spieler auch durchaus mal angegriffen werden darf. In einem nickeligen Spiel mit gefühlten 10 gelben Karten trafen die Gäste dann kurz vor dem Ende sogar noch zum 0:3, ein insgesamt zu hoher Erfolg für Wattenscheid, wobei der Sieg insgesamt aber völlig verdient ist. Was sich 09-Stürmer Ropkas dabei gedacht hat, sich beim Stande von 3:0 zu einer Tätlichkeit hinreißen zu lassen und eine rote Karte abzuholen, wird er Trainer Steffen Blank sicher noch ausführlich erklären müssen.

/M/

Samstag, 29. August 2009

Bauchschmerzen!!!!

10.00. Auswärtsspiel in Verl. Wenn ich noch alleine wäre, was ich Gott sei Dank nicht mehr bin, würde ich mich jetzt auf den Weg Richtung Poststr. machen. So fahren wir zur Caravan-Messe nach Düsseldorf. Gute Abwechslung! denke bis 14.45 kaum an diese kaum zu bewältigende Auswärtshürde. 14.45. Wir verlssen die Messe. Ablenkung dahin! Kribbeln im Bauch, Schmerzen werden noch von dem Symphaticus unterdrückt. Fahren nach Hause, der blick in den Bildschirmtext rückt näher. Aufregung steigt. Unbehagen kommt auf, aber noch keine Schmerzen. "Sollen wir noch einen Kaffee trinken gehen?" Gute Idee meiner Frau, Moment vertagt! Treffen Bekannte im Kaffee, Symphaticus muss nicht mit eis oder Torte gefüttert werden, Gedanken sind selten in Verl. 16.15 Uhr. OOOOOOOOHHHHHHHHHHHHAAAAAAAAHHHHHHHHH. "Was ist los?" fragt meine Frau besorgt:" Hat es dir nicht gefallen?" "Doch, schon, aber gleich muss ich wieder den Videotext anmachen, und werde lesen Verl - Essen 3:1." Schmerzen im Unterbauch. Angst vor dem Blick in den Fernseher. 16.35 Uhr Bildschirmtext ist an. Natürlich kommt erst die unwichtige Seite! Sekundenlanges Warten, dass einem vorkommt wie Stunden. Bochum II, Bochum II, Bochum II ... Nun mach schon, spring um ... Bochum II und dann .................... die unglaubliche Überraschung RWE hat auswärts gewonnen bei einer Größe wie dem SC Verl!!!! Erleichterung, erstmal Erleichterung, die nächsten schweren drei Stunden, bis der gröbste Enttäuschungsschmerz abgebaut ist, entfallen heute. Freude, Hoffnung, Aufbruchstimmung sind da! Fußball ist toll, Fußball macht Spass ..... schau dir doch mal die übrigen Ergebnisse in den anderen Ligen an .... RW "Underdog" gewinnt in Liga 2 in Rostock ....... RWBauchschmerz gewinnt in Liga 4 in Verl AUUUUUUUAAAAHHHHHHH!!! Bauchschmerzen!!! Dienstag kommt Düsseldorf II!!!!! Wie sollen wir diese Klassemannschaft im eigenen Stadion bloß bezwingen???? Ich kann doch nicht in der Schule schwänzen um bis zum Spiel zur Caravan-Messe zu fahren (Symphaticus-Effekt). Wie soll ich es schaffen, zu verhindern dass man mich nach 18.00 Uhr aus der Messe schmeißt? "Entschuldigung, wir schließen um 18.00 Uhr, sie müssen nun gehen." "Aber ich bin doch RWE-Fan, wie soll ich mich ablenken vor einem Spiel gegen einen ssssssssssssssoooooooooooooooooooo großen Gegner??? Haben sie Mitleid, Herr ausbildungsloser Sicherheitsangestellter, ich tue alles, meinetwegen auch ....!"
Ich freue mich, wenn RWE gewonnen hat. Aber 7,5 Minuten ohne Bauchschmerzen sind einfach zu wenig, wenn man so jung ist wie ich.

H

Mittwoch, 26. August 2009

VERTREIBEN KÖNNT IHR UNS NICHT ! ODER DOCH ?

RWE 1 FCS 2


RWE – Saarbrücken.
Ein Spiel, das ich erst mal sacken lassen musste. 1:2 gegen Saarbrücken, die zweite Enttäuschung in einer noch jungen Saison und während man beim Spiel in der Schalke-Arena noch sagen konnte, bis zum 0:1 lief es gut, der Ball flüssig durch die Essener Reihen und wenn man eine der drei 100%igen Chancen reingemacht hätte, dann…..gibt es zum Spiel gegen Saarbrücken nichts Positives zu sagen. Der Tabellenletzte, ein Aufsteiger der mit der Empfehlung von 9 Gegentoren ins Georg-Melches Stadion kommt, nimmt drei Punkte mit zurück ins Saarland und die RWE-Spieler liegen nach dem Schlusspfiff mal wieder enttäuscht auf dem Boden.
Aber warum enttäuscht, unverdient war die Niederlage sicherlich nicht. Ganze drei klare Torchancen gegen eine Mannschaft, die in den 2 Spielen zuvor alle 20 Minuten ein Gegentor kassierte, das ist doch ein bisschen wenig und warum man eine Mannschaft, die aufgrund zweier hoher Startniederlagen sicherlich nicht mit überbordendem Selbstvertrauen ausgestattet ist, nicht von Anpfiff an unter Druck setzt und in der nachweislich unsicheren Defensive beschäftigt, ist eine Frage, die der frustrierte Fan Teamchef Thomas Strunz und der Mannschaft stellen muß.
Sollte der Gegner durch ellenlange und völlig fruchtlose Kurzpassstafetten müde gespielt werden, um dann in den letzten 15 Minuten die siegbringenden Tore zu erzielen ? Warum wird einem verunsicherten Gegner die Möglichkeit gegeben, das eigene Spiel aufzuziehen, ungestört von frühem Pressing. Erst mal sicher hinten stehen und auf Kontermöglichkeiten warten? Auch gegen den Tabellenletzten ?? In einem Heimspiel ???
Wenn man als Zuschauer monatelang die hanebüchenen Fehler sieht, die in der 4 Liga in jedem Spiel produziert werden, dann kann man nicht mehr glauben, das nur ausgeklügelte Konzepte eventuell mal ein Tor ermöglichen, eventuell mal ein siegbringendes.
Fußball, gerade in den Klassen unterhalb der Bundesliga, funktioniert viel einfacher. Den Ball vors Tor bringen, dort auf die eigenen Spieler hoffen oder auf die Fehler der gegnerischen, denn die kommen, die Fehler, gerade in Liga 4.
Mit dem, ach so durchdachten Fußball, der in Essen aber nun schon seit langer, langer, viel zu langer Zeit präsentiert wird, spielt man leider nur dem jeweiligen Gegner in die Karten. Es kommt weder die eigene Mannschaft, noch das Publikum in Fahrt, gegen Saarbrücken wurde spätestens nach dem 0:1 direkt nach der Pause, der ersten Halbzeit hinterhergetrauert, die im Endeffekt einfach abgeschenkt wurde und die auch dann nicht besser gewesen wäre, wenn Sascha Mölders den Ball aus einer Entfernung von ca. 3 Metern freistehend mittig vor dem Tor in eben diesem untergebracht hätte und nicht in den Armen des freudig überraschten Torwarts.
Und natürlich hätte das Spiel auch noch gewonnen werden können, wenn Heinzmann aus 5 Metern freistehend nicht den Torwart angeköpft hätte, aber,

ich will so einen Fußball nicht mehr sehen.

Es ist schon traurig, wenn man als Fan eines „Mitfavoriten“ in einem Heimspiel gegen einen Aufsteiger im Spielverlauf nicht wirklich erkennen kann, wer eigentlich ein Heimspiel hat .
Warum macht man im Spiel (und natürlich schon vor dem Spiel) jeden Gegner stärker als er ist ?

/M/

Dienstag, 18. August 2009

Prost ! Ein Abend in der Veltins Arena

oder:


Bring mir noch ein Snickers mit !
Popcorn auch ? Klar, zwei Tüten !





Nach einer frühen Schrecksekunde in Form einer Direktabnahme eines Schalker Spielers nach 24 Sekunden startete RWE gut und hatte durch Stachnik und 2x Mölders drei sehr gute Torchancen in der ersten halben Stunde. Der Ball lief flüssig durch die eigenen Reihen, Langholz ward so gut wie nicht gesehen, der Führungstreffer schien nur eine Frage der Zeit.
Wurde dann aber leider von der Schlakker Reserve erzielt, ein Abspielfehler von Holsing, ein Stellungsfehler von Zinke, ein Tor von Erwig. Die Fans der Schlakker Reserve hatten Grund zum Singen, was, blieb mir vorenthalten, die Akustik in Deutschlands größter Turnhalle ist nicht die beste. „Ihr habt bezahlt die Kamera..?!?!“ „Howareiheowuoahrh??????“
Die Schockstarre der Rot-Weissen hielt bis zur Halbzeitpause an, direkt nach der Pause dann ein guter Angriff über Stachnik, der den Ball flach in den Fünfmeterraum spielt, leider aber traute sich dann kein Schalker, den Bal einfach mal über die eigene Torlinie zu drücken, Essener Spieler waren leider nicht in Ballnähe.
Was dann folgte, war Kampf, waren viele viele viele hohe Bälle, Langholz in Reinkultur, wobei nicht nur auf den Rängen , sondern auch auf dem Rasen mit jeder Minute der Glaube an den Ausgleichstreffer zu schwinden schien.

Was bleibt von einer vermeidbaren 0:1-Niederlage gegen die Reserve des Erzrivalen?

*Willi Landgraf hat sich hörbar auf die Seite der Schalker geschlagen und wird wohl keine Freikarten für RWE mehr bekommen, womit ich persönlich gut leben kann.
Außerdem propagiert er Kinderarbeit oder wie ist es zu verstehen, das er sich zur Halbzeit zufrieden zeigte mit der Leistung seiner U13, die als Balljungen fungierten und deren Aufgabe maßgeblich darin bestand, das Spielgeschehen zu verzögern, indem sie die Ersatzbälle den Spielern in die Hand legten ( in slo-mo) ?

*Ähnlich der Düsseldorfer LTU, ach nee, Esprit Arena erinnert auch die Schalker Arena an eine Blade Runner Kulisse, an den Ausblick vom Halbrang herunter auf den Boden, das Brachland, die Beton-Sand-Wüste möchte ich mich nicht gewöhnen müssen. Da musste ich mich doch häufiger daran erinnern, dass ich gleich ein Fußballspiel sehen werde.

*Immer mehr Fußballfans neigen zu Fressorgien. Kaum in einem Luxustempel angekommen, geben sich auch die Essener Fans dem ungehemmten Konsum hin. Wie vom Wahnsinn befallen, werden Snickers, Bier,Popcorn,Cola, Nuts, Bratwurst und Pommes gekauft und zum Sitzplatz getragen, als sei es zuviel verlangt, mal eine Halbzeit auf dem Hintern zu sitzen und das zu machen, weshalb man doch eigentlich ins Stadion ( Entschuldigung, die Arena) gekommen ist: Spiel gucken.


* Der Viertligazuschauerrekord ist geknackt, Hurra ! Dauerkartenbesitzer hatten freien Eintritt, alle Zuschauer, die eine Karte für das Spiel Schlakke v Bochum am Vortag vorweisen konnten, hatten freien Eintritt, wahrscheinlich hat man auch noch ein paar Untote aus GE-City rekrutiert, denn die Rekordmarke, sie musste fallen, koste es was es wolle. Hat geklappt. 16495 Zuschauer waren da, schöne neue Fußballwelt. Und RWE hat zum Rekord beigetragen, mit ca. 7-8000 Zuschauern, ist das nicht toll ? Nein?

*Überraschend: Kommen über 16000 Zuschauer in die Arena, muß das Spiel direkt 30 Minuten später anfangen. Es scheint also sehr schwierig zu sein, eine Zuschauerzahl rechtzeitig ins Stadion zu lassen, die die Stätte des Rekordes dann noch nicht einmal zu einem Drittel füllt.


/M/

Donnerstag, 25. Juni 2009

Ein Trikot Geht Auf Reisen




Gestern Mainz, Heute Essen, Morgen Halle ?






In jeder Sommerpause dürstet der gemeine Fan nach Informationen, wer kommt, wer geht, wie heißt der neue Trainer/Masseur/Psychologe/Konditionstrainer und natürlich bewegt auch die Frage:

Wie sieht das neue Trikot aus ?

Bei RWE wurde diese Frage gestern beantwortet und hier über diesem Beitrag ist es im Kleinformat zu bewundern, das neue Trikot.




Das neue RWE-Trikot ist das alte Mainz 05-Trikot.

Es ist das Trikot, das im letzten Jahr noch die Spieler von Mainz Null-Fünnef kleidete, neuer Sponsorenname bzw. neues -symbol drauf
( und im RWE-Fall ein skurriles „Gut“ auf der Herzseite) und schon ist das Mainzer-Trikot das neue Trikot von RW Essen und im nächsten Jahr wird es die Spieler des Halleschen FC, Fortuna Düsseldorf, Jahn Regensburg oder SV Hassenichgesehn einkleiden, egal wen, Hauptsache die Clubfarben sind irgendwie rot-weiß.

Der Trikotverkauf ist als Einnahmequelle so wichtig geworden, dass praktisch jeder Club zu jeder neuen Saison seine Mannschaft neu einkleidet, sind doch die Ausgaben für die Anschaffung immer deutlich geringer als die Einnahmen aus den Trikotverkäufen, denn schließlich kauft der Fan, wenn er irgendwo oben rechts oder links das Clubwappen erblickt oder aber er das Trikot seines Vereins durch den aufgedruckten Namen des Sponsors erkennen kann.

Und natürlich braucht RWE die Einnahmen aus den Trikotverkäufen und es ist auch nichts dagegen einzuwenden, aber ich erinnere mich an meine Kindheit und mein schlagartig erwachendes Interesse am Fußball. Und da konnte man die Clubs noch am traditionellen Trikot erkennen, welches in unveränderter Form über mehrere Spieljahre getragen wurde und nicht zuerst am Sponsorennamen der darauf prangt.

Und so ist es also egal, ob einem das neuen Trikot von RWE zusagt oder nicht, in spätestens einem Jahr läuft irgendein Ligakonkurrent im gleichen Trikot auf.
Bleibt zu hoffen, dass der Ligakonkurrent ein Drittligist ist.

/M/