Eigentlich wollte ich ja bis zum 10. Spieltag warten, um eine Prognose bezüglich der aktuellen RWE Mannschaft abzugeben, dies werde ich aber nun doch schon nach dem aktuellen wagen.
Die geleistete Vorarbeit unter der Führung des Gespanns Kulm/Strunz las sich gar nicht schlecht, bis der Zeitpunkt kam, wo die Verpflichtung neuer Spieler abrupt gestoppt wurde mit der Begründung, finanziell extrem klamm zu sein und man eigentlich auch keine aussenstehenden Spieler bräuchte, weil der eigene Nachwuchs so stark wäre, um den Ligasprung zu schaffen.
Hatte ich das 1. Spiel in Lotte noch verpasst, wurde ich beim Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des S04 angenehm überrascht, ja, war sogar richtig ungläubig über diesen klaren Sieg.
Doch schon im nächsten Auswärtsspiel setzte es die erste verdiente Niederlage. Das Heimspiel gegen den VfL Bochum ließ erste Zweifel aufkommen, die beim Auswärtssieg in Köln wieder etwas gedämpft wurden. Nach der Niederlage gegen Trier bin ich allerdings der Meinung, die Mannschaft richtig einordnen zu können.
Das Konzept mit den vielen Nachwuchsspielern wird nicht aufgehen. Man kann nicht erwarten, dass in einem Verein so viele Talente schlummern, die ohne Probleme in der 1. Mannschaft den Durchbruch schaffen. So viele gute Nachwuchsspieler haben noch nicht einmal die großen Vereine in der Bundesliga. Warum sollte es ausgerechnet bei RWE eine halbe Fußballmannschaft mit soviel Talent geben, die diesen Sprung schafft? Auch wenn es nur die 4. Liga ist.
Gegen Trier und auch schon gegen Bochum konnte man klar sehen: fallen Spieler der ersten Elf aus oder spielen dermaßen grottig wie Pagano gegen Trier, sind die Nachrücker absolut nicht in der Lage, irgendetwas auszurichten. Diese Mannschaft hat keine Überflieger. Sie besteht aus biederen Arbeitern (Kotula, Czyszczon, S.Lorenz, M. Lorenz), scheinbar überforderten Führungsspielern (Kühne, Pagano), frustriert wirkenden Stürmern (Mölders kann sich die Bälle nicht selbst vor die Füße flanken, Kurth wirkt schon etwas resigniert) und A-Jugendlichen, die auch genau dort hingehören. Teilweise mit 4 Nachwuchsspielern zu agieren verkraftet diese Mannschaft nicht. Karabas - unauffällig, uneffektiv, Ritz - nervös, hampelig, Talent?, Aydin - nichts zu sehen, Said - so soll ein brandgefählicher Stürmer aussehen?, Penn - nicht anwesend, Karabag - wer behauptet, der hätte viel gebracht behauptet auch, Calik hätte 20 Tore für RWE erzielt. Ohne den Leuten etwas vorwerfen zu wollen: Sie gehören so nicht in die erste Mannschaft. Einige werden den kompletten Schritt auch nie schaffen.
Ein anderes Problem scheint die Spielweise zu sein. Gegen Lotte und S04 konnte RWE ohne große Gegenwehr das Spiel machen; steht der Gegner aber defensiv gut, ist es mit der Spielkunst vorbei.
Keine Ideen, kein Spiel über die Außenbahnen, nur lange Bälle, keine öffnenden Pässe, dazu dann noch Eckbälle der Marke Kiskanc in Massen. Man fühlt sich tatsächlich in die letzte Saison zurück versetzt. Das Mittelfeld existiert überhaupt nicht. Fünf Feldspieler plus Torwart hinten, der Rest vorne und dazwischen ein riesiges Loch. Hier bedarf es unbedingt eines (besser 2!) erfahrenen zentralen Mittelfeldspielers, der die Offensive mit überraschenden Pässen versorgt und so für Gefahr sorgt. Die nächsten Gegner wissen auf jeden Fall, wie sie gegen RWE agieren müssen, um erfolgreich zu sein.
Wer den Abstieg in die 4.Liga als Chance für einen Neustart und die aktuelle Saison als Übergangssaison bezeichnet, müsste spätestens jetzt erkannt haben, dass dies nicht so ist.
Der Abstieg ist eine Katastrophe. Das Jugendkonzept wird so nicht greifen, die wenigen guten Spieler wie Mölders werden bei Nichtaufstieg wieder weg sein. Und warum sollte man nach einem Übergangsjahr ein Jahr später aufsteigen können. Dafür gibt es keine Garantie. Wahrscheinlicher ist es, dann endgültig in dieser Liga seine Heimat gefunden zu haben. Als RWE-Fan weiß man sowieso, wie die Sache enden wird; man hat ein Gespür für solche Situationen entwickelt.
Die Resignation war am Samstag schon zu spüren.
Meine Prognose:
Wir werden in der Tabelle weiter nach unten rutschen, andere Mannschaften werden an uns vorbeiziehen. Die Zuschauerzahl wird demnächst nur noch um die 4000/5000 betragen.
Um dies zu verhindern muss noch eine Menge passieren.
-A-
Montag, 29. September 2008
Sonntag, 7. September 2008
Die Zweite - Friss Oder Stirb
Zu einem interessanten Spiel kommt es heute an der Hafenstrasse, wo die RWE-Reserve auf Wattenscheid 09 trifft. Vor etwas mehr als 10 Jahren war das noch anders, in der Regionalliga West/Südwest musste sich RWE einige Male mit der Reserve des Clubs von der Lohrheide auseinandersetzen, die Wattenscheider Profis spielten damals noch, großzügig unterstützt von Klaus Steilmann in der 2. Bundesliga und wollten wieder zurück in die belle etage des deutschen Fußballs.
Endlich hat sich dieses Missverhältnis – man vergleiche die Einwohnerzahl Essens mit der von Wattenscheid – zu Gunsten von RWE verändert, aber halt: Zu Gunsten ? Nicht wirklich.
1994 war RWE ebenso wie die Reserve von Wattenscheid drittklassig, heute trifft die Reserve von RWE in der 5.Liga auf Wattenscheid, wobei die I. von RWE selbst auch nur noch viertklassig ist. Das zeigt natürlich den rasanten Absturz von Wattenscheid 09, der mit dem finanziell bedingten Liebesentzug von Klaus Steilmann begann, den Rot-Weissen geht es, zumindest was die aktuelle Ligenzugehörigkeit der I. anbetrifft, eigentlich noch schlechter, worauf allerdings in diesem Blog schon mehr als häufig eingegangen wurde.
Nun ertappe ich mich selbst dabei, wie ich Erfolge der II. Mannschaft wohlwollend zur Kenntnis nehme ( Punkt gegen Siegen, 4-1 in Hamm), wo doch eben auch unsere II.Mannschaft anderen Clubs die Startmöglichkeit in einerhöheren Liga wegnimmt ( mit fällt da ganz spontan der Name KFC Uerdingen ein).
Und wo wir gerade in den 90ern waren, damals hießen die Gegner auch noch Spvg. Erkenschwick und 1.FC Bocholt. Beide sind mittlerweile in der absoluten Bedeutungslosigkeit verschwunden und solche Vereine werden in den oberen Amateurklassen vornehmlich von den diversen II. Mannschaften verdrängt, anstatt dem 1.FC Bocholt spielen beispielsweise die I. und II. des SV Straelen gemeinsam in der Niederrheinliga.
Ein Treppenwitz über den man lachen müsste, wenn er nicht so traurig wäre.
Und so freut man sich als RWE –Fan, wenn die II. in der NRW-Liga punktet und die Klasse hält, verflucht aber einige Wochen später dann den 1.FC Köln, für den Adil Chihi in der Reserve aushilft und gegen RWE zum Sieg trifft
„kill or get killed“, „friss oder stirb” , scheinbar muß man sich im heutigen Fußball diese Mentalität zulegen, da der DFB keinerlei Interesse zeigt, diese Regelung zu überdenken, stattdessen vor den großen Clubs katzbuckelt, die Spielpraxis und Realitätskontakt für ihre Jungstars einfordern, die sie lieber vor größerer Kulisse an der Hafenstrasse oder meinetwegen in Magdeburg oder bei Sachsen Leipzig auflaufen sehen, anstatt in einer eigenen Reserveliga, wo man den Leistungsstand der eigenen Jungprofis 1:1 gegen die direkte Ligakonkurrenz ermitteln könnte.
Warum eigentlich ?
Zumindest in den Profiligen wäre die Regelung relativ einfach , nach regionalen Gesichtspunkten, könnten die 53 Proficlubs in drei Reserveligen Süd - West/Südwest und Nord/Ost aufgeteilt werden, 1:1 vergleichbar mit den jetzigen Regionalligen übrigens.
Denn bringt es der II. von Schalke , Dortmund oder Leverkusen wirklich so viel, ist die Atmosphäre wirklich so toll ,wenn man in Cloppenburg, Verl, Lotte oder Oggersheim aufläuft.
Stehen die Fans in Elversberg wirklich gebannt Schlange an den zahllosen
Kassen , wenn Mönchengladbach II erwartet wird ?
Ich hab da so meine Zweifel.
/M/
Endlich hat sich dieses Missverhältnis – man vergleiche die Einwohnerzahl Essens mit der von Wattenscheid – zu Gunsten von RWE verändert, aber halt: Zu Gunsten ? Nicht wirklich.
1994 war RWE ebenso wie die Reserve von Wattenscheid drittklassig, heute trifft die Reserve von RWE in der 5.Liga auf Wattenscheid, wobei die I. von RWE selbst auch nur noch viertklassig ist. Das zeigt natürlich den rasanten Absturz von Wattenscheid 09, der mit dem finanziell bedingten Liebesentzug von Klaus Steilmann begann, den Rot-Weissen geht es, zumindest was die aktuelle Ligenzugehörigkeit der I. anbetrifft, eigentlich noch schlechter, worauf allerdings in diesem Blog schon mehr als häufig eingegangen wurde.
Nun ertappe ich mich selbst dabei, wie ich Erfolge der II. Mannschaft wohlwollend zur Kenntnis nehme ( Punkt gegen Siegen, 4-1 in Hamm), wo doch eben auch unsere II.Mannschaft anderen Clubs die Startmöglichkeit in einerhöheren Liga wegnimmt ( mit fällt da ganz spontan der Name KFC Uerdingen ein).
Und wo wir gerade in den 90ern waren, damals hießen die Gegner auch noch Spvg. Erkenschwick und 1.FC Bocholt. Beide sind mittlerweile in der absoluten Bedeutungslosigkeit verschwunden und solche Vereine werden in den oberen Amateurklassen vornehmlich von den diversen II. Mannschaften verdrängt, anstatt dem 1.FC Bocholt spielen beispielsweise die I. und II. des SV Straelen gemeinsam in der Niederrheinliga.
Ein Treppenwitz über den man lachen müsste, wenn er nicht so traurig wäre.
Und so freut man sich als RWE –Fan, wenn die II. in der NRW-Liga punktet und die Klasse hält, verflucht aber einige Wochen später dann den 1.FC Köln, für den Adil Chihi in der Reserve aushilft und gegen RWE zum Sieg trifft
„kill or get killed“, „friss oder stirb” , scheinbar muß man sich im heutigen Fußball diese Mentalität zulegen, da der DFB keinerlei Interesse zeigt, diese Regelung zu überdenken, stattdessen vor den großen Clubs katzbuckelt, die Spielpraxis und Realitätskontakt für ihre Jungstars einfordern, die sie lieber vor größerer Kulisse an der Hafenstrasse oder meinetwegen in Magdeburg oder bei Sachsen Leipzig auflaufen sehen, anstatt in einer eigenen Reserveliga, wo man den Leistungsstand der eigenen Jungprofis 1:1 gegen die direkte Ligakonkurrenz ermitteln könnte.
Warum eigentlich ?
Zumindest in den Profiligen wäre die Regelung relativ einfach , nach regionalen Gesichtspunkten, könnten die 53 Proficlubs in drei Reserveligen Süd - West/Südwest und Nord/Ost aufgeteilt werden, 1:1 vergleichbar mit den jetzigen Regionalligen übrigens.
Denn bringt es der II. von Schalke , Dortmund oder Leverkusen wirklich so viel, ist die Atmosphäre wirklich so toll ,wenn man in Cloppenburg, Verl, Lotte oder Oggersheim aufläuft.
Stehen die Fans in Elversberg wirklich gebannt Schlange an den zahllosen
Kassen , wenn Mönchengladbach II erwartet wird ?
Ich hab da so meine Zweifel.
/M/
Samstag, 16. August 2008
Notizen Aus Der Provinz - Heute: Ein Abend In Lotte
Lotte 1 RWE 4
Drei Staus auf dem Weg nach Lotte ließen Erinnerungen an ein Spiel in Osnabrück Anfang der 90er wach werden, wo wir aufgrund eines nicht enden wollenden Staus die komplette erste Hälfte und auch das frühe RWE –Tor verpassten, Endstand damals 1-1 nach einer Abwehrschlacht in Hälfte 2.
Glücklicherweise aber waren die Staus allesamt kürzester Natur, so erreichten wir das Stoppelfeld hinter der Gästetribüne gut 30 Minuten vor dem Anpfiff. Es war also Zeit, Atmosphäre zu schnuppern und mir fällt auf, das der RWE –Anhang als solcher noch heterogener geworden ist, neben frühzeitig besoffenen Gröhlern gibt es mittlerweile aber auch deutlich mehr Leidensgenossen, die man namentlich genauso wenig kennt, die aber einen sympathischen Eindruck machen. Diese Artenvielfalt in der RWE-Fanszene ist meiner Meinung nach sehr auffällig, man kann sie wahrscheinlich aber bei jedem Club beobachten, wenn man denn genau hinsieht. Leider aber wird das RWE-Bild in der Öffentlichkeit wohl immer noch von den besoffenen Gröhlern bestimmt.
Das Stadion in Lotte gefiel mir persönlich sehr gut, erinnerte durch seine dreieinhalb verschiedenen Tribünen etwas an englische Viertligastadien in Macclesfield oder Morecambe, was aber gar nicht an England erinnerte war der Support der Lotter-Zuschauer as it was pretty much non-existent throughout the match. Das lag vielleicht auch am Spielverlauf, ich denke aber, dass Lotte aber einfach nicht das Potential hat, eine erkennbare Fankultur aufzubauen. Und da helfen auch keine wackligen Handybilder von Lotte-Ultras auf youtube oder myvideo, das war einfach Fußballprovinz pur.
Obwohl, würde der ach so nette Herr Hopp nicht aus Hoffenheim ,sondern aus Lotte stammen, würde wohl Lotte in Zukunft die Geschichte des Deutschen Fußballs neu schreiben....
Mit einem leicht mulmigen Gefühl – im Tor stand der unerfahrene Ersatzkeeper Himmelmann - begann das Spiel, doch ehe man erkennen konnte, mit welchem Konzept Lotte wohl ins Spiel gehen würde, war dieses auch schon über den Haufen geworfen. Mit welchem Körperteil Kühne den Ball nach Bührer-Freistoß über die Linie bugsierte entzieht sich aufgrund der Perspektive( Gästestehplätze Höhe anderer Sechzehner) meiner Kenntnis, es dürfte aber ein Fuß gewesen sein.
Lotte verlor mit dem schnellen Gegentreffer völlig die Ordnung und vor allem in der 1. Halbzeit tat sich ein Unterschied von wenigstens einer Klasse auf, die Partie erinnerte phasenweise an eine Pokalspiel in dem der Favorit frühzeitig für klare Verhältnisse sorgt. Sascha Mölders machte im Sturm einen wirklich sehr guten Eindruck, schnell, immer anspielbereit, trickreich, wenn man überlegt, dass er schon im letzten Jahr nach RWE kommen wollte…… okay, lassen wir das lieber…..
Natürlich war in Halbzeit Zwei frühzeitig die Luft raus, natürlich waren auch die frühen Auswechslungen von Bührer und Kurth ein Zeichen, dass das Spiel schon abgehakt ist, dennoch war es eine gute Idee , einem Krisha Penn Spielpraxis zu verschaffen, die auch der etwas ältere Haluk Türkeri noch benötigt.
Das Lotte mit einem Traumtor noch zum 1-4 kam, tat nicht unbedingt Not, ein 5-0-Sieg hätte dem Kräfteverhältnis deutlich eher entsprochen, doch nach einem 4-1-Auswärtssieg im ersten Saisonspiel sollte man sich wirklich mit Kritik zurückhalten, wobei man vermuten kann, dass die Tabelle für Lotte erst ab Platz 15 anfangen wird.
Was mir an diesem Freitagabend in der Provinz so richtig gefallen hat, waren kleine Gesten auf dem Spielfeld. Wie Stefan Lorenz David Czszyschon anfeuert, weil der beim Stande von 4-0 einen Eckball herausholt, wie Mainka nach dem Schlusspfiff die Fäuste ballt, zeigt mir, dass sich die Mannschaft scheinbar wirklich konzentriert mit ihrer Aufgabe auseinandergesetzt hat.
Und auch einem Semi-Zyniker wie mir tut es gut, wenn unverbrauchte Gesichter junger Spieler in RWE –Trikots nach dem Spiel bei der Welle in die Gesichter der Fans gucken und sich tatsächlich über den Auftaktsieg freuen, denn, da lege ich mich fest, das war ehrliche Freude und kein routiniert abgespultes Ritual.
Unabhängig vom sportlichen Erfolg besteht in diesem Jahr so die Möglichkeit, Mannschaft, Verein und Fangemeinde wieder zusammenzuführen und das ist wirklich dringend notwendig.
Das wir auf dem Rückweg sogar noch den wohl einzigen Punk Lottes gesehen haben, rundete einen schönen Abend ab.
Mein Lob gilt abschließend einem in meiner Nähe stehenden RWE-Fan, der in der Halbzeit die Polizei darauf aufmerksam machte, dass er eine Rauchbombe austreten musste. Auch wenn der unbekannte Übeltäter aus den RWE-Reihen kam, das ist keine Denunziation, sondern Zivilcourage !
Das erste Spiel wird noch wenig über den kommenden Saisonverlauf aussagen, wenn die Mannschaft die übrigen Saisonspiele aber genauso angeht, werden sich immer mehr Anhänger daran erinnern, dass man ja wegen RWE zum Spiel geht und nicht weil der Gegner Dortmund, Schalke, 1.FC Köln oder eben Elversberg oder Oggersheim heißt.
/M/
Drei Staus auf dem Weg nach Lotte ließen Erinnerungen an ein Spiel in Osnabrück Anfang der 90er wach werden, wo wir aufgrund eines nicht enden wollenden Staus die komplette erste Hälfte und auch das frühe RWE –Tor verpassten, Endstand damals 1-1 nach einer Abwehrschlacht in Hälfte 2.
Glücklicherweise aber waren die Staus allesamt kürzester Natur, so erreichten wir das Stoppelfeld hinter der Gästetribüne gut 30 Minuten vor dem Anpfiff. Es war also Zeit, Atmosphäre zu schnuppern und mir fällt auf, das der RWE –Anhang als solcher noch heterogener geworden ist, neben frühzeitig besoffenen Gröhlern gibt es mittlerweile aber auch deutlich mehr Leidensgenossen, die man namentlich genauso wenig kennt, die aber einen sympathischen Eindruck machen. Diese Artenvielfalt in der RWE-Fanszene ist meiner Meinung nach sehr auffällig, man kann sie wahrscheinlich aber bei jedem Club beobachten, wenn man denn genau hinsieht. Leider aber wird das RWE-Bild in der Öffentlichkeit wohl immer noch von den besoffenen Gröhlern bestimmt.
Das Stadion in Lotte gefiel mir persönlich sehr gut, erinnerte durch seine dreieinhalb verschiedenen Tribünen etwas an englische Viertligastadien in Macclesfield oder Morecambe, was aber gar nicht an England erinnerte war der Support der Lotter-Zuschauer as it was pretty much non-existent throughout the match. Das lag vielleicht auch am Spielverlauf, ich denke aber, dass Lotte aber einfach nicht das Potential hat, eine erkennbare Fankultur aufzubauen. Und da helfen auch keine wackligen Handybilder von Lotte-Ultras auf youtube oder myvideo, das war einfach Fußballprovinz pur.
Obwohl, würde der ach so nette Herr Hopp nicht aus Hoffenheim ,sondern aus Lotte stammen, würde wohl Lotte in Zukunft die Geschichte des Deutschen Fußballs neu schreiben....
Mit einem leicht mulmigen Gefühl – im Tor stand der unerfahrene Ersatzkeeper Himmelmann - begann das Spiel, doch ehe man erkennen konnte, mit welchem Konzept Lotte wohl ins Spiel gehen würde, war dieses auch schon über den Haufen geworfen. Mit welchem Körperteil Kühne den Ball nach Bührer-Freistoß über die Linie bugsierte entzieht sich aufgrund der Perspektive( Gästestehplätze Höhe anderer Sechzehner) meiner Kenntnis, es dürfte aber ein Fuß gewesen sein.
Lotte verlor mit dem schnellen Gegentreffer völlig die Ordnung und vor allem in der 1. Halbzeit tat sich ein Unterschied von wenigstens einer Klasse auf, die Partie erinnerte phasenweise an eine Pokalspiel in dem der Favorit frühzeitig für klare Verhältnisse sorgt. Sascha Mölders machte im Sturm einen wirklich sehr guten Eindruck, schnell, immer anspielbereit, trickreich, wenn man überlegt, dass er schon im letzten Jahr nach RWE kommen wollte…… okay, lassen wir das lieber…..
Natürlich war in Halbzeit Zwei frühzeitig die Luft raus, natürlich waren auch die frühen Auswechslungen von Bührer und Kurth ein Zeichen, dass das Spiel schon abgehakt ist, dennoch war es eine gute Idee , einem Krisha Penn Spielpraxis zu verschaffen, die auch der etwas ältere Haluk Türkeri noch benötigt.
Das Lotte mit einem Traumtor noch zum 1-4 kam, tat nicht unbedingt Not, ein 5-0-Sieg hätte dem Kräfteverhältnis deutlich eher entsprochen, doch nach einem 4-1-Auswärtssieg im ersten Saisonspiel sollte man sich wirklich mit Kritik zurückhalten, wobei man vermuten kann, dass die Tabelle für Lotte erst ab Platz 15 anfangen wird.
Was mir an diesem Freitagabend in der Provinz so richtig gefallen hat, waren kleine Gesten auf dem Spielfeld. Wie Stefan Lorenz David Czszyschon anfeuert, weil der beim Stande von 4-0 einen Eckball herausholt, wie Mainka nach dem Schlusspfiff die Fäuste ballt, zeigt mir, dass sich die Mannschaft scheinbar wirklich konzentriert mit ihrer Aufgabe auseinandergesetzt hat.
Und auch einem Semi-Zyniker wie mir tut es gut, wenn unverbrauchte Gesichter junger Spieler in RWE –Trikots nach dem Spiel bei der Welle in die Gesichter der Fans gucken und sich tatsächlich über den Auftaktsieg freuen, denn, da lege ich mich fest, das war ehrliche Freude und kein routiniert abgespultes Ritual.
Unabhängig vom sportlichen Erfolg besteht in diesem Jahr so die Möglichkeit, Mannschaft, Verein und Fangemeinde wieder zusammenzuführen und das ist wirklich dringend notwendig.
Das wir auf dem Rückweg sogar noch den wohl einzigen Punk Lottes gesehen haben, rundete einen schönen Abend ab.
Mein Lob gilt abschließend einem in meiner Nähe stehenden RWE-Fan, der in der Halbzeit die Polizei darauf aufmerksam machte, dass er eine Rauchbombe austreten musste. Auch wenn der unbekannte Übeltäter aus den RWE-Reihen kam, das ist keine Denunziation, sondern Zivilcourage !
Das erste Spiel wird noch wenig über den kommenden Saisonverlauf aussagen, wenn die Mannschaft die übrigen Saisonspiele aber genauso angeht, werden sich immer mehr Anhänger daran erinnern, dass man ja wegen RWE zum Spiel geht und nicht weil der Gegner Dortmund, Schalke, 1.FC Köln oder eben Elversberg oder Oggersheim heißt.
/M/
Donnerstag, 7. August 2008
PREMIERSHIP, YOU`RE HAVIN` A LAUGH......
Eine Vorschau auf die kommende Football League Saison
Nicht nur in Deutschland startet die Saison am Wochenende ( zumindest mit dem DFB-Pokal), auch in England beginnt das neue Spieljahr, daher hier mal eine kurze Einschätzung der kommenden Geschehnisse in der Football League ( einen Vorbericht zur Premier League erspare ich mir, ob LiverArse oder ManUChel die PL gwinnt, interessiert nicht wirklich, wobei ein Titelgewinn des Clubs aus der Stadt des Kulturhauptstadtsvorgängers der Stadt Essen sicherlich das geringste Übel wäre. Liverpool aber hat die PL noch nie gewonnen und es sind Zweifel erlaubt, ob sich dieses in der kommenden Saison ändert )
LEAGUE TWO
So schlimm der doppelte Abstieg von RWE auch ist, mit Luton Town wird trotzdem keiner tauschen wollen. Nicht nur das die Hatters im letzten Jahr als Absteiger erneut den Gang in die nächsttiefere Klasse antreten mussten und nun viertklassig sind ( kommt einem schmerzlich bekannt vor), ein Abzug von 30 Punkten ( illegale Finanzpraktiken des vorherigen Vorstands = 10 Punkte, Verstoß gegen die Insolvenzbedingungen ( in diesem Fall ein Einspruch gegen den 10-Punkte-Abzug !) = weitere 20 Punkte Abzug) sorgt dafür, dass die Londoner Vorstädter praktisch dem dritten aufeinanderfolgenden Abstieg tief in die Augen blicken und in diesem Falle zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Football League verlassen müssten ! Da hat es ja selbst RWE noch ganz gut angetroffen, möchte man meinen.
Nachdem Rochdale im letzten Jahr den Aufstieg in die League One knapp verpasste, 2-3 im Play Off Final gegen Stockport) wäre The Dale natürlich zu wünschen, dass es im 35. Jahr der uunterbrochenen Viertklassigkeit endlich mal mit einem Aufstieg klappt.
Bradford City, der Club aus der größten englischen Stadt, die einen viertklassigen Club beherbergt ( da war doch was……) gilt gemeinhin als einer der Favoriten in einer Spielklasse, die in jedem Jahr durch große Überraschungen auffällt. Mit Aldershot Town ( neugegründet nach dem Exitus von Aldershot FC vor mehr als 10 Jahren ) und Exeter City kehren 2 Clubs in die Football League zurück, denen man den Verbleib in der Coca-Cola Football League Two ( der Name zeigt wirklich ganz klar, das es sich um die vierthöchste Spielklasse handelt ) zutrauen kann. Schwer dürfte es im dritten Jahr für Accrington Stanley werden, auch Chester City sucht traditionell schnell die unteren Ränge der Liga auf.
LEAGUE ONE
Sorgen macht nicht nur auf den ersten Blick die Entwicklung der Tranmere Rovers ( of Half Man Half Biscuit- Fame ) , „Liverpool´s third club“ hat die besseren Spieler gehen lassen (müssen), verpflichtet wurden im Gegenzug einige Youngster, die sich hoffentlich schnell positiv entwickeln, damit zumindest der Abstiegskampf an den Rovers vorrübergeht. Ob Huddersfield Town unter Ex-Burnley Manager Stan „Stan The Man“ Ternent, eine Saison spielt, die der Klasse des Galpharm Stadiums entspricht, bleibt zu hoffen und abzuwarten, neben Leeds United - dem großen Favoriten, da man diesmal ohne Punktabzug in die Saison geht – gilt natürlich Leicester City, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte drittklassig, als Aufstiegfavorit, Leeds und Leicester sind zwei Namen die man eigentlich nicht mit drittklassigem Fußball in Verbindung bringt. Ich persönlich hoffe , dass auch Oldham Athletic mit einem der wohl klassischsten englischen Fußballstadien ( Boundary Park, einfach mal per Google nach Bildern suchen) eingreifen kann
CHAMPIONSHIP
Burnley, dass muß man sagen, hat gut eingekauft. Für 3 Mio. GBP ( ca. 4,5 MIo €) wurde der abwanderungswillige Kyle Laffery an die Glasgow Rangers verhökert und der Transfererlös wurde für vielversprechende Spieler eingesetzt. Matty Paterson beispielsweise hat im Vergleich zum gleichaltrigen Kyle Lafferty im letzten Jahr eine wesentlich bessere Trefferquote vorzuweisen, Kevin McDonald gilt als eines der größten Talente im schottischen Fußball ( kommt von Dundee Utd), mit Chris Eagles wurde ein junger Spieler von Man U losgeeist, der sich im Starensemble von Alex Ferguson nicht durchsetzen konnte. Remco van der Schaaf hatte Angebote aus der Bundesliga hat aber auch am Turf Moor unterschrieben (auch ein sanfter Hinweis darauf, dass im englischen Ligafußball durchaus etwas Geld zur Verfügung steht, obwohl Burnley nun sicherlich nicht zu den „big spenders“ zählt), der norwegische Liksverteidiger Kalvenes sowie der peruanische Nationaltorwart Diego Penny komplettieren die Liste der Neuzugänge, wobei Manager Owen Coyle durchaus noch Spieler verpflichten will ( einen Stürmer sowie einen Innenverteidiger). Weshalb die Clarets auch in diesem Jahr wieder weitestgehend zu den Abstiegskandidaten gerechnet werden, ist mir schleierhaft, ich sage mal mutig voraus, das Burnley einen der Play off –Plätze erreichen wird.
Großer Aufstiegsfavorit ist sicherlich Birmingham City, PL-Mitabsteiger Derby muß erst einmal die endlose Niederlagenserie aus der PL unterbrechen , nachdem man im letzten Jahr die undankbare Rolle des „whipping boy“ eingenommen hatte. Der dritte letztjährige PL-Absteiger, Reading FC, wird zusammen mit Birmingham die direkte Rückkehr in die PL schaffen, so meine Voraussage. QPR, Wolves, Sheffield Utd,Charlton, die Liste an potentiellen Aufstiegskandidaten ist groß, das Beispiel Southampton hat aber im letzten Jahr gezeigt, dass sich auch diese Aufstiegskandidaten durchaus am unteren Ende der Liga wieder finden können.
Ich freu mich auf jeden Fall auf die kommende Saison, wie immer werde ich persönlich den Geschehnissen im englischen Profifußball deutlich mehr Aufmerksamkeit widmen, als dem deutschen professionellen Magerquark. Scunthorpe United klingt für meine Ohren einfach besser als Spielvereinigung Greuther Fürth und zwischen dem FC Ingolstadt und Barnsley FC mögen sportlich keine größeren Unterschiede bestehen, gerade als R W Essen –Fan muß man sich aber immer wieder daran erinnern, dass im Fußball nicht nur der momentane sportliche Klasse zählt. Denn das wäre wirklich zu traurig.
/M/
Nicht nur in Deutschland startet die Saison am Wochenende ( zumindest mit dem DFB-Pokal), auch in England beginnt das neue Spieljahr, daher hier mal eine kurze Einschätzung der kommenden Geschehnisse in der Football League ( einen Vorbericht zur Premier League erspare ich mir, ob LiverArse oder ManUChel die PL gwinnt, interessiert nicht wirklich, wobei ein Titelgewinn des Clubs aus der Stadt des Kulturhauptstadtsvorgängers der Stadt Essen sicherlich das geringste Übel wäre. Liverpool aber hat die PL noch nie gewonnen und es sind Zweifel erlaubt, ob sich dieses in der kommenden Saison ändert )
LEAGUE TWO
So schlimm der doppelte Abstieg von RWE auch ist, mit Luton Town wird trotzdem keiner tauschen wollen. Nicht nur das die Hatters im letzten Jahr als Absteiger erneut den Gang in die nächsttiefere Klasse antreten mussten und nun viertklassig sind ( kommt einem schmerzlich bekannt vor), ein Abzug von 30 Punkten ( illegale Finanzpraktiken des vorherigen Vorstands = 10 Punkte, Verstoß gegen die Insolvenzbedingungen ( in diesem Fall ein Einspruch gegen den 10-Punkte-Abzug !) = weitere 20 Punkte Abzug) sorgt dafür, dass die Londoner Vorstädter praktisch dem dritten aufeinanderfolgenden Abstieg tief in die Augen blicken und in diesem Falle zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte die Football League verlassen müssten ! Da hat es ja selbst RWE noch ganz gut angetroffen, möchte man meinen.
Nachdem Rochdale im letzten Jahr den Aufstieg in die League One knapp verpasste, 2-3 im Play Off Final gegen Stockport) wäre The Dale natürlich zu wünschen, dass es im 35. Jahr der uunterbrochenen Viertklassigkeit endlich mal mit einem Aufstieg klappt.
Bradford City, der Club aus der größten englischen Stadt, die einen viertklassigen Club beherbergt ( da war doch was……) gilt gemeinhin als einer der Favoriten in einer Spielklasse, die in jedem Jahr durch große Überraschungen auffällt. Mit Aldershot Town ( neugegründet nach dem Exitus von Aldershot FC vor mehr als 10 Jahren ) und Exeter City kehren 2 Clubs in die Football League zurück, denen man den Verbleib in der Coca-Cola Football League Two ( der Name zeigt wirklich ganz klar, das es sich um die vierthöchste Spielklasse handelt ) zutrauen kann. Schwer dürfte es im dritten Jahr für Accrington Stanley werden, auch Chester City sucht traditionell schnell die unteren Ränge der Liga auf.
LEAGUE ONE
Sorgen macht nicht nur auf den ersten Blick die Entwicklung der Tranmere Rovers ( of Half Man Half Biscuit- Fame ) , „Liverpool´s third club“ hat die besseren Spieler gehen lassen (müssen), verpflichtet wurden im Gegenzug einige Youngster, die sich hoffentlich schnell positiv entwickeln, damit zumindest der Abstiegskampf an den Rovers vorrübergeht. Ob Huddersfield Town unter Ex-Burnley Manager Stan „Stan The Man“ Ternent, eine Saison spielt, die der Klasse des Galpharm Stadiums entspricht, bleibt zu hoffen und abzuwarten, neben Leeds United - dem großen Favoriten, da man diesmal ohne Punktabzug in die Saison geht – gilt natürlich Leicester City, zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte drittklassig, als Aufstiegfavorit, Leeds und Leicester sind zwei Namen die man eigentlich nicht mit drittklassigem Fußball in Verbindung bringt. Ich persönlich hoffe , dass auch Oldham Athletic mit einem der wohl klassischsten englischen Fußballstadien ( Boundary Park, einfach mal per Google nach Bildern suchen) eingreifen kann
CHAMPIONSHIP
Burnley, dass muß man sagen, hat gut eingekauft. Für 3 Mio. GBP ( ca. 4,5 MIo €) wurde der abwanderungswillige Kyle Laffery an die Glasgow Rangers verhökert und der Transfererlös wurde für vielversprechende Spieler eingesetzt. Matty Paterson beispielsweise hat im Vergleich zum gleichaltrigen Kyle Lafferty im letzten Jahr eine wesentlich bessere Trefferquote vorzuweisen, Kevin McDonald gilt als eines der größten Talente im schottischen Fußball ( kommt von Dundee Utd), mit Chris Eagles wurde ein junger Spieler von Man U losgeeist, der sich im Starensemble von Alex Ferguson nicht durchsetzen konnte. Remco van der Schaaf hatte Angebote aus der Bundesliga hat aber auch am Turf Moor unterschrieben (auch ein sanfter Hinweis darauf, dass im englischen Ligafußball durchaus etwas Geld zur Verfügung steht, obwohl Burnley nun sicherlich nicht zu den „big spenders“ zählt), der norwegische Liksverteidiger Kalvenes sowie der peruanische Nationaltorwart Diego Penny komplettieren die Liste der Neuzugänge, wobei Manager Owen Coyle durchaus noch Spieler verpflichten will ( einen Stürmer sowie einen Innenverteidiger). Weshalb die Clarets auch in diesem Jahr wieder weitestgehend zu den Abstiegskandidaten gerechnet werden, ist mir schleierhaft, ich sage mal mutig voraus, das Burnley einen der Play off –Plätze erreichen wird.
Großer Aufstiegsfavorit ist sicherlich Birmingham City, PL-Mitabsteiger Derby muß erst einmal die endlose Niederlagenserie aus der PL unterbrechen , nachdem man im letzten Jahr die undankbare Rolle des „whipping boy“ eingenommen hatte. Der dritte letztjährige PL-Absteiger, Reading FC, wird zusammen mit Birmingham die direkte Rückkehr in die PL schaffen, so meine Voraussage. QPR, Wolves, Sheffield Utd,Charlton, die Liste an potentiellen Aufstiegskandidaten ist groß, das Beispiel Southampton hat aber im letzten Jahr gezeigt, dass sich auch diese Aufstiegskandidaten durchaus am unteren Ende der Liga wieder finden können.
Ich freu mich auf jeden Fall auf die kommende Saison, wie immer werde ich persönlich den Geschehnissen im englischen Profifußball deutlich mehr Aufmerksamkeit widmen, als dem deutschen professionellen Magerquark. Scunthorpe United klingt für meine Ohren einfach besser als Spielvereinigung Greuther Fürth und zwischen dem FC Ingolstadt und Barnsley FC mögen sportlich keine größeren Unterschiede bestehen, gerade als R W Essen –Fan muß man sich aber immer wieder daran erinnern, dass im Fußball nicht nur der momentane sportliche Klasse zählt. Denn das wäre wirklich zu traurig.
/M/
Sonntag, 27. Juli 2008
Endlich Wieder Fußball ! ?
Die Zeit der Fußballdürre, sie ist vorbei. Nachdem die fußballfreie Zeit schier endlos zu dauern schien, geht es nun im TV endlich wieder verstärkt los.
Angefixt vom Sonntags Nachmittags - Knüller Lippstadt gegen Bayern München (es war das erste Spiel unter der Leitung von Cleansman, da kann der WDR schon mal ein paar Kameras aufstellen), gab es zwar einige hochkarätige Spiele zu bestaunen ( Hertha in der Uefa Cup-Quali, immer wieder gerne gesehen; irgendwo spielten auch Werder und Fortuna Köln vor laufenden TV-Kameras gegeneinander) wartete man gebannt , auf das was folgen sollte, seit Freitag geht es aber so richtig los:
3-Liga-Auftakt im MDR, Erfurt gegen Dynooomo, ein Knüller, ein Klassiker, im NRW-Sendegebiet allerdings leider erst ab 21.00, vorher lief KIKA. Obwohl man leider wohl durch zum Glück ersetzen sollte. Ein schön herausgespieltes Dynoooomo –Siegtor fürwahr, ansonsten aber, Stockfehler noch und nöcher, jede Menge Pässe ins Niemandsland, das Spiel quälend langsam, war Drittligafußball eigentlich immer so schlecht ?( Antwort: Ja. Und manche Vereine sind selbst für Drittligafußball zu schlecht) Einen Tag später Ausschnitte von Kickers Emden gegen Wuppertal, meine Fresse, Augenkrebs. Unterhaching v Bremen II, die Spielansetzung als Androhung größter Tristesse.
Überraschenderweise wird das Auftaktspiel der Bayern Reserve gegen Union Berlin nicht live übertragen. Obwohl beide Mannschaften noch nie in einer Liga gegeneinander gespielt haben, da kann man doch mal ein paar Kameras aufstellen. Ja man muß eigentlich sogar, schließlich spielen die Bayern , zumindest die kleinen Bayern und Klinsmann guckt vielleicht auch zu, oder ist zumindest in der Nähe.
Immerhin konnte man die Bayern noch gestern beim torlosen Kick in Köln bewundern, es folgt in den nächsten Tagen noch der Franz-Beckenbauer-Cup, wo sich im Finale die Bayern und Inter gegenüberstehen. Nein, über die beiden Halbfinalisten ist nichts bekannt.
Höhepunkt der Fußball-Fernseh-Berichterstattung aber sicherlich der „decision day: there´s only one real Bayern – Cup“, ein Dreierturnier mit Bayern München, Bayern Hof und Bayern Alzenau. Die Tagesschau um 20.00 muß dann leider ausfallen, wird aber in der Halbzeitpause des Spiels zwischen Bayern Hof und Bayern Alzenau dazwischengeschoben.
Am gleichen Sonntag hat sich PRO 7 die Rückkehr der Bayern gesichert, wo dann der Bayern-Cup in der Allianz Arena präsentiert werden soll. Xavier Naidoo singt in der Tiefgarage „Dieser Weg“ und zum absoluten Höhepunkt des Abends spricht Jürgen Klinsmann. Mit ausgesuchten Fans. Und Journalisten.
Einige Passagen dieses Beitrages entsprechen eher der gefühlten Realität.
/M/
Angefixt vom Sonntags Nachmittags - Knüller Lippstadt gegen Bayern München (es war das erste Spiel unter der Leitung von Cleansman, da kann der WDR schon mal ein paar Kameras aufstellen), gab es zwar einige hochkarätige Spiele zu bestaunen ( Hertha in der Uefa Cup-Quali, immer wieder gerne gesehen; irgendwo spielten auch Werder und Fortuna Köln vor laufenden TV-Kameras gegeneinander) wartete man gebannt , auf das was folgen sollte, seit Freitag geht es aber so richtig los:
3-Liga-Auftakt im MDR, Erfurt gegen Dynooomo, ein Knüller, ein Klassiker, im NRW-Sendegebiet allerdings leider erst ab 21.00, vorher lief KIKA. Obwohl man leider wohl durch zum Glück ersetzen sollte. Ein schön herausgespieltes Dynoooomo –Siegtor fürwahr, ansonsten aber, Stockfehler noch und nöcher, jede Menge Pässe ins Niemandsland, das Spiel quälend langsam, war Drittligafußball eigentlich immer so schlecht ?( Antwort: Ja. Und manche Vereine sind selbst für Drittligafußball zu schlecht) Einen Tag später Ausschnitte von Kickers Emden gegen Wuppertal, meine Fresse, Augenkrebs. Unterhaching v Bremen II, die Spielansetzung als Androhung größter Tristesse.
Überraschenderweise wird das Auftaktspiel der Bayern Reserve gegen Union Berlin nicht live übertragen. Obwohl beide Mannschaften noch nie in einer Liga gegeneinander gespielt haben, da kann man doch mal ein paar Kameras aufstellen. Ja man muß eigentlich sogar, schließlich spielen die Bayern , zumindest die kleinen Bayern und Klinsmann guckt vielleicht auch zu, oder ist zumindest in der Nähe.
Immerhin konnte man die Bayern noch gestern beim torlosen Kick in Köln bewundern, es folgt in den nächsten Tagen noch der Franz-Beckenbauer-Cup, wo sich im Finale die Bayern und Inter gegenüberstehen. Nein, über die beiden Halbfinalisten ist nichts bekannt.
Höhepunkt der Fußball-Fernseh-Berichterstattung aber sicherlich der „decision day: there´s only one real Bayern – Cup“, ein Dreierturnier mit Bayern München, Bayern Hof und Bayern Alzenau. Die Tagesschau um 20.00 muß dann leider ausfallen, wird aber in der Halbzeitpause des Spiels zwischen Bayern Hof und Bayern Alzenau dazwischengeschoben.
Am gleichen Sonntag hat sich PRO 7 die Rückkehr der Bayern gesichert, wo dann der Bayern-Cup in der Allianz Arena präsentiert werden soll. Xavier Naidoo singt in der Tiefgarage „Dieser Weg“ und zum absoluten Höhepunkt des Abends spricht Jürgen Klinsmann. Mit ausgesuchten Fans. Und Journalisten.
Einige Passagen dieses Beitrages entsprechen eher der gefühlten Realität.
/M/
Donnerstag, 10. Juli 2008
Re 86/87: Der Mann Der Paroli Laufen Ließ
Dieter Tartemann war auf den , damals noch, eher ungewöhnlichen Posten des Sportlichen Leiters abgeschoben worden, denn Horst Hrubesch war auserkoren , die Rot-Weißen nach der Rückkehr in Bundesliga 2 in sichere Gefilde zu bringen und das bei seiner ersten Trainerstation.
Den Saisonstart erlebte ich leider nicht live mit, ein Familienurlaub in Torrevieja (Nähe Alicante) war geplant und so musste ich zum bisher einzigen Mal in meinem Leben , wie ich nicht unerwähnt lassen möchte, auf die bildzeitung zurückgreifen, um mich darüber zu informieren, wie RWE in die Saison startete.
Tja, und der Start, er war nicht gut.
0:2 in Oberhausen, 2:3 daheim gegen Mitaufsteiger Ulm.
Das erste Zweitligaheimspiel erlebte ich dann gegen Fortuna Köln, wo ich zum ersten mal Neuzugänge wie Uli Ptok ( großartiger Name) in Augenschein nehmen durfte. Nach einem 0:3-Rückstand starte RWE noch eine Aufholjagd und erreichte immerhin ein 3:3, doch auch wenn später gegen Braunschweig Essens erster Brasilianer, Salomao; eingewechselt wurde ( und nicht weiter auffiel) stand nach 10 Spieltagen bei RWE hinter der Rubrik Siege immer noch die NULL.
Was folgte war Horst Hrubeschs Spezialität:
Er ließ die bisherige Saison Paroli laufen, aber knallhart.
Detlef Deczelak wurde von Köln verpflichtet und Erfolg setzte endlich ein: Mit 5:1 wurde Viktoria Aschaffenburg aus dem Stadion geschossen und es folgten im Anschluß meiner Erinnerung nach 10 weitere Heimsiege in Folge, die RWE schlussendlich im vorderen Mittelfeld landen ließen. Zum Ende der Saison folgte dann noch ein tolles 3:4 gegen das damals überragende Hannover 96 ( nach 0:4-Rückstand), Dirk Heitkamp wurde für 900.000 DM an Eintracht Frankfurt transferiert, bei einem Einsatz in der Nationalmannschaft hätte es für RWE einen weiteren Nachschlag gegeben. ( Leider verletzte sich Heitkamp schwer, bevor seine Karriere so richtig startete, er hätte das Zeug zu einem gutklassigen Bundesligaspieler gehabt.
Was mir gerade auffällt, mit Erich Ribbeck und Horst Hrubesch waren bei der EM 2000 direkt 2 ehemalige RWE-Trainer für die Nationalmannschaft verantwortlich. Sicherlich ist kein kausaler Zusammenhang zu dem damaligen , blamablen Vorrundenaus herzustellen. Für zitierwürdige Sprüche waren beide aber damals schon zu haben:
„Konzepte sind Kokolores.“
„Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.“
( Sir Erich Ribbeck)
„Wir müssen das alles nochmal Paroli laufen lassen.“
( Horst Hrubesch nach dem Auftakt 1:1 gegen Rumänien bei der EM 2000)
/M/
Den Saisonstart erlebte ich leider nicht live mit, ein Familienurlaub in Torrevieja (Nähe Alicante) war geplant und so musste ich zum bisher einzigen Mal in meinem Leben , wie ich nicht unerwähnt lassen möchte, auf die bildzeitung zurückgreifen, um mich darüber zu informieren, wie RWE in die Saison startete.
Tja, und der Start, er war nicht gut.
0:2 in Oberhausen, 2:3 daheim gegen Mitaufsteiger Ulm.
Das erste Zweitligaheimspiel erlebte ich dann gegen Fortuna Köln, wo ich zum ersten mal Neuzugänge wie Uli Ptok ( großartiger Name) in Augenschein nehmen durfte. Nach einem 0:3-Rückstand starte RWE noch eine Aufholjagd und erreichte immerhin ein 3:3, doch auch wenn später gegen Braunschweig Essens erster Brasilianer, Salomao; eingewechselt wurde ( und nicht weiter auffiel) stand nach 10 Spieltagen bei RWE hinter der Rubrik Siege immer noch die NULL.
Was folgte war Horst Hrubeschs Spezialität:
Er ließ die bisherige Saison Paroli laufen, aber knallhart.
Detlef Deczelak wurde von Köln verpflichtet und Erfolg setzte endlich ein: Mit 5:1 wurde Viktoria Aschaffenburg aus dem Stadion geschossen und es folgten im Anschluß meiner Erinnerung nach 10 weitere Heimsiege in Folge, die RWE schlussendlich im vorderen Mittelfeld landen ließen. Zum Ende der Saison folgte dann noch ein tolles 3:4 gegen das damals überragende Hannover 96 ( nach 0:4-Rückstand), Dirk Heitkamp wurde für 900.000 DM an Eintracht Frankfurt transferiert, bei einem Einsatz in der Nationalmannschaft hätte es für RWE einen weiteren Nachschlag gegeben. ( Leider verletzte sich Heitkamp schwer, bevor seine Karriere so richtig startete, er hätte das Zeug zu einem gutklassigen Bundesligaspieler gehabt.
Was mir gerade auffällt, mit Erich Ribbeck und Horst Hrubesch waren bei der EM 2000 direkt 2 ehemalige RWE-Trainer für die Nationalmannschaft verantwortlich. Sicherlich ist kein kausaler Zusammenhang zu dem damaligen , blamablen Vorrundenaus herzustellen. Für zitierwürdige Sprüche waren beide aber damals schon zu haben:
„Konzepte sind Kokolores.“
„Ich kann es mir als Verantwortlicher für die Mannschaft nicht erlauben, die Dinge subjektiv zu sehen. Grundsätzlich werde ich versuchen zu erkennen, ob die subjektiv geäußerten Meinungen subjektiv sind oder objektiv sind. Wenn sie subjektiv sind, dann werde ich an meinen objektiven festhalten. Wenn sie objektiv sind, werde ich überlegen und vielleicht die objektiven subjektiv geäußerten Meinungen der Spieler mit in meine objektiven einfließen lassen.“
( Sir Erich Ribbeck)
„Wir müssen das alles nochmal Paroli laufen lassen.“
( Horst Hrubesch nach dem Auftakt 1:1 gegen Rumänien bei der EM 2000)
/M/
Samstag, 5. Juli 2008
NACH DER BONANISIERUNG*
EIN AUSBLICK AUF DIE NEUE SAISON
*Unter dem Begriff „Bonanisierung“ versteht man die Fast-Abwicklung eines Fußballclubs,bei der man durch eine übereilte Inthronisierung eines ehemaligen Spielers als neuen Übungsleiter einen Club in tiefe Abgründe stürzt. Im Falle einer Bonanisierung ist der Trainer im Idealfall völlig unerfahren, hat aber ganz tolle Ideen, installiert bsw. eine Dreierkette, obwohl ca. 88% aller Fußballtrainer ihr Team mit einer Viererkette antreten lassen. Die vorhandenen Spieler müssen „das System fressen“ was dann aber leider dazu führt, das nach erfolgter Verspeisung des Systems dieses am Spieltag nicht mehr zu sehen ist. In der Offensive spielen hinter einem Stoßstürmer zwei Halbstürmer „um den Strafraum herum“, wenn die Bonanisierung aber gelingen soll, muß der etatmäßige Stoßstürmer ca. ¾ der Spielzeit außerhalb des grünen Rechtecks zubringen, da verletzt, trainingsfaul oder aber nicht integriert. Die Halbstürmer spielen im Idealfall stundenlang um den Strafraum herum ohne das Zählbares dabei herumkommt.
Ein erfolgreich bonanisierter Verein tritt im nächsten Spieljahr in der nächsttieferen Klasse mit halbiertem Budget an. Der Fangemeinde wird währenddessen erfolgreich Demut gelehrt.
Bekanntestes Beispiel einer gelungenen Bonanisierung dürfte Rot-Weiß Essen sein. Hier durfte Heiko Bonan ca. 9 Monate als Trainer-Azubi erfolgreich seinem Treiben nachgehen. Ob sich im Laufe der nächsten Jahre noch weitere Vereine an eine Bonanisierung herantrauen, darf zumindest bezweifelt werden.
( aus dem Fußballduden, Seite 1907 Boa-Bon)
Ja, ich gebe es zu, mir fällt es schwer, Heiko Bonan vom Haken zu lassen. Der Schmerz des Abstiegs sitzt immer noch tief und in einer schwachen Regionalliga Nord wäre RWE mit dem letztjährigen Kader normalerweise locker unter den ersten 10 gelandet, wenn , ja wenn nicht der Heiko solange hätte wirken dürfen.
Das soll nicht heißen, das die Mannschaft besonders gut war, nur war sie auch nicht schlechter als 10 ( bzw am Ende sogar 11) andere Teams, wie man erahnen konnte, als sich im letzten Viertel der Saison jemand darum bemühte, der Mannschaft ein taktisches Korsett zu verpassen.
Anyway, die neue Saison hat praktisch schon begonnen, der VFR Fischeln wurde im ersten Vorbereitungsspiel mit , äh, 3:2 besiegt.
Nach einem 0:2-Rückstand. Und schon ging sie wieder los, die alte Paranoia.
Hoffentlich liest das keiner, oh Gott wie peinlich, jetzt wird selbst gegen Fischeln verloren…..
Aber dann, Halbzeit 2, Harrer, Kurth und Lorenz, Auswärtssieg !
Und ich muß zugeben, ein bisschen freue ich mich auf die neue Saison, auf Neuanfang NummerHatwermitgezählt
Mit beschränkten Mitteln haben Thomas Strunz und Michael Kulm einen Kader zusammengestellt, der wohl stark genug ist um oben mitzuspielen.
Die Angst , dass die vielen jungen Spieler noch zu unerfahren sind, teile ich dabei eigentlich nicht, schließlich spielt RWE im nächsten Jahr nur noch viertklassig und ein 18 bzw 19jähriger der in der U19-Bundesliga gespielt hat, sollte im viertklassigen Seniorenbereich bestehen können. Ob „bestehen können“ reicht, um am Ende der Saison aufzusteigen, wird sich zeigen, ist mir persönlich aber gar nicht wichtig.
Ich möchte vielmehr im nächsten Jahr eine RWE-Mannschaft auflaufen sehen, bei der man ein Spielsystem erkennen kann, eine RWE-Mannschaft die im Georg Melches- Stadion Siege einfährt, die den immer noch in relativ großer Zahl erscheinenden Zuschauern häufiger Freude bereitet als Panik vor einem spätem Gegentor provoziert.
Eine Mannschaft, die im besten Falle, einen Club repräsentiert, der tief gefallen aber endlich bereit ist, aus Fehlern zu lernen.
Einen Club, der endlich einmal einen wirklichen Neuanfang hinbekommt, ohne das der „Mythos-RWE“ bemüht wird oder aber den Eindruck erweckt werden soll, dass man hier, in die vierte Liga, doch eigentlich gar nicht hingehört.
Denn katastrophale Personalentscheidungen haben dazu geführt, dass RWE eben doch in die Viertklassigkeit gehört.
Doch das muß nicht so bleiben und ich habe immer noch ( oder besser wieder) die Hoffnung in mir, dass RWE irgendwann in absehbarer Zeit, wieder zu den Top30 Deutschlands gehört.
Der scheidende Präsident Rolf Hempelmann hat in seiner Rede darauf hingewiesen, dass zu Beginn seiner 10jährigen Amtszeit RWE nur in den Top 288 war, nun aber zu den 108 besten Clubs Deutschlands gehört ( was nicht ganz richtig ist, Top 110 wäre zutreffender)
Nach Hempelmannscher Betrachtungsweise sind also in 10 Jahren 178 Plätze gut gemacht worden (wobei er aus sicherlich aus Versehen unterschlagen hat, dass RWE in dieser Zeit schon zweimal zu den besten 36 Clubs gehörte).
Dann hat man für die nächsten 80 Plätze ja noch ein bisschen Zeit, oder ?
/M/
*Unter dem Begriff „Bonanisierung“ versteht man die Fast-Abwicklung eines Fußballclubs,bei der man durch eine übereilte Inthronisierung eines ehemaligen Spielers als neuen Übungsleiter einen Club in tiefe Abgründe stürzt. Im Falle einer Bonanisierung ist der Trainer im Idealfall völlig unerfahren, hat aber ganz tolle Ideen, installiert bsw. eine Dreierkette, obwohl ca. 88% aller Fußballtrainer ihr Team mit einer Viererkette antreten lassen. Die vorhandenen Spieler müssen „das System fressen“ was dann aber leider dazu führt, das nach erfolgter Verspeisung des Systems dieses am Spieltag nicht mehr zu sehen ist. In der Offensive spielen hinter einem Stoßstürmer zwei Halbstürmer „um den Strafraum herum“, wenn die Bonanisierung aber gelingen soll, muß der etatmäßige Stoßstürmer ca. ¾ der Spielzeit außerhalb des grünen Rechtecks zubringen, da verletzt, trainingsfaul oder aber nicht integriert. Die Halbstürmer spielen im Idealfall stundenlang um den Strafraum herum ohne das Zählbares dabei herumkommt.
Ein erfolgreich bonanisierter Verein tritt im nächsten Spieljahr in der nächsttieferen Klasse mit halbiertem Budget an. Der Fangemeinde wird währenddessen erfolgreich Demut gelehrt.
Bekanntestes Beispiel einer gelungenen Bonanisierung dürfte Rot-Weiß Essen sein. Hier durfte Heiko Bonan ca. 9 Monate als Trainer-Azubi erfolgreich seinem Treiben nachgehen. Ob sich im Laufe der nächsten Jahre noch weitere Vereine an eine Bonanisierung herantrauen, darf zumindest bezweifelt werden.
( aus dem Fußballduden, Seite 1907 Boa-Bon)
Ja, ich gebe es zu, mir fällt es schwer, Heiko Bonan vom Haken zu lassen. Der Schmerz des Abstiegs sitzt immer noch tief und in einer schwachen Regionalliga Nord wäre RWE mit dem letztjährigen Kader normalerweise locker unter den ersten 10 gelandet, wenn , ja wenn nicht der Heiko solange hätte wirken dürfen.
Das soll nicht heißen, das die Mannschaft besonders gut war, nur war sie auch nicht schlechter als 10 ( bzw am Ende sogar 11) andere Teams, wie man erahnen konnte, als sich im letzten Viertel der Saison jemand darum bemühte, der Mannschaft ein taktisches Korsett zu verpassen.
Anyway, die neue Saison hat praktisch schon begonnen, der VFR Fischeln wurde im ersten Vorbereitungsspiel mit , äh, 3:2 besiegt.
Nach einem 0:2-Rückstand. Und schon ging sie wieder los, die alte Paranoia.
Hoffentlich liest das keiner, oh Gott wie peinlich, jetzt wird selbst gegen Fischeln verloren…..
Aber dann, Halbzeit 2, Harrer, Kurth und Lorenz, Auswärtssieg !
Und ich muß zugeben, ein bisschen freue ich mich auf die neue Saison, auf Neuanfang NummerHatwermitgezählt
Mit beschränkten Mitteln haben Thomas Strunz und Michael Kulm einen Kader zusammengestellt, der wohl stark genug ist um oben mitzuspielen.
Die Angst , dass die vielen jungen Spieler noch zu unerfahren sind, teile ich dabei eigentlich nicht, schließlich spielt RWE im nächsten Jahr nur noch viertklassig und ein 18 bzw 19jähriger der in der U19-Bundesliga gespielt hat, sollte im viertklassigen Seniorenbereich bestehen können. Ob „bestehen können“ reicht, um am Ende der Saison aufzusteigen, wird sich zeigen, ist mir persönlich aber gar nicht wichtig.
Ich möchte vielmehr im nächsten Jahr eine RWE-Mannschaft auflaufen sehen, bei der man ein Spielsystem erkennen kann, eine RWE-Mannschaft die im Georg Melches- Stadion Siege einfährt, die den immer noch in relativ großer Zahl erscheinenden Zuschauern häufiger Freude bereitet als Panik vor einem spätem Gegentor provoziert.
Eine Mannschaft, die im besten Falle, einen Club repräsentiert, der tief gefallen aber endlich bereit ist, aus Fehlern zu lernen.
Einen Club, der endlich einmal einen wirklichen Neuanfang hinbekommt, ohne das der „Mythos-RWE“ bemüht wird oder aber den Eindruck erweckt werden soll, dass man hier, in die vierte Liga, doch eigentlich gar nicht hingehört.
Denn katastrophale Personalentscheidungen haben dazu geführt, dass RWE eben doch in die Viertklassigkeit gehört.
Doch das muß nicht so bleiben und ich habe immer noch ( oder besser wieder) die Hoffnung in mir, dass RWE irgendwann in absehbarer Zeit, wieder zu den Top30 Deutschlands gehört.
Der scheidende Präsident Rolf Hempelmann hat in seiner Rede darauf hingewiesen, dass zu Beginn seiner 10jährigen Amtszeit RWE nur in den Top 288 war, nun aber zu den 108 besten Clubs Deutschlands gehört ( was nicht ganz richtig ist, Top 110 wäre zutreffender)
Nach Hempelmannscher Betrachtungsweise sind also in 10 Jahren 178 Plätze gut gemacht worden (wobei er aus sicherlich aus Versehen unterschlagen hat, dass RWE in dieser Zeit schon zweimal zu den besten 36 Clubs gehörte).
Dann hat man für die nächsten 80 Plätze ja noch ein bisschen Zeit, oder ?
/M/
Abonnieren
Posts (Atom)
